Die Zigeuner und die Tillenstadt

Einst lagerte eine Gruppe Zigeuner in der Nähe der Tillenstadt. Ein alter Zigeuner, der dieser Gesellschaft angehörte, wurde bei einem Diebstahl ertappt und sollte geköpft werden.
Schon stand der Henker mit blitzendem Schwerte bereit, um das Urteil des weisen Rates der Tillenstadt vor einer zahlreichen Menschenmenge zu vollziehen, da bat der Zigeuner, ihm die Fesseln von den Händen abzunehmen, damit er noch einmal zu seinem Gotte andächtig beten könne. Dieser Bitte wurde folge gegeben.

Kaum aber waren die Fesseln von den Händen des Zigeuners gelöst, so wuchs er riesengroß an, streckte dann die Hände über die Stadt aus, und indem seine Lippen einen Zauberspruch murmelten, öffnete sich der Berg, und unter furchtbarem Krachen sank die ganze große Stadt mit ihren Einwohnern in die Tiefe.
Als sich der Berg wieder geschlossen hatte, stellte sich der Zigeuner mit dem Gesichte gegen Eger und weithin schallend tat er die Prophezeiung: Die Tillenstadt wird dann erstehen, wann die Egerstadt wird untergehen.

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