D-3-6040-0072

D-3-6040-0072

Hinter der Zahl D-3-6040-0072 verbirgt sich eine alte gut versteckte Besonderheit in den Wäldern rund um Bad Neualbenreuth. Es ist die Aktennummer des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege für einen mittelalterlichen Burgstall, der sich ca. 1½ km östlich vom Ringelfelsen (Rinnlstein) befindet.

„Als „Burgstall“ werden abgekommene Sitze bezeichnet, deren Burgstelle dem natürlichen Gelände angepasst sind, aber durch erhaltene künstliche Bodeneingriffe (Wall, Graben, Terrassierungen) identifiziert werden können.“ kann man bei wikipedia.de zur Begriffserklärung nachlesen.

Und genau das kann man auch bei diesem Bodendenkmal und auf dem Foto sehen: Ein kreisrunder flacher künstlicher Hügel mit einem umgebenden Graben und einem umlaufenden Wall. Der Hügel zeigt immerhin eine Höhendifferenz von über einem Meter zum flacheren umgebenden Gelände am sonst deutlich abfallenden Hang. Der Durchmesser der Anlage passt auf die typische Größe von 20 bis 30 Metern. Der Graben ist durchschnittlich zwei Meter breit und die Erhöhung des äußeren Walls noch deutlich sichtbar.

Siedlungsgeschichtlich lässt sich die Existenz dieser Turmhügelburg nur grob zwischen 1000 und 1400 n. Chr. einordnen. Das Aussehen kann man sich so vorstellen wie die einzige Rekonstruktion einer Motte in der frühen Bauform im Geschichtspark Bärnau-Tachov. Vermutlich bestand auch diese Befestigung aus Holz. Fundamente von einen Steinbau sind nicht erhalten und auch die Abtragung steinernen Mauerwerks für den Häuserbau erscheint aufgrund der Entfernung zum jetzigen Siedlungsgebiet eher unwahrscheinlich. Möglicherweise hatte ursprünglich die unmittelbar nebenliegende, fast versiegte Quelle, den Graben mit Wasser gefüllt.

Im Gegensatz zu den nahen Burgställen bei Rosall und an der Wüstung am Hammerbach („öde Hammerstatt“) besteht bei diesem derzeit keine urkundliche Zuordnung. Die meisten Motten in Mitteleuropa waren ein Machtsymbol der Ministerialen, im Dienst von Königen, Klöstern oder des Adels stehenden Beamten. Wegen der strategischen Lage im Wegenetz zwischen Albenreuth-Wondreb und Wernersreuth-Högelstein ist auch eine Nutzung als militärischer Stützpunkt oder Wachposten nicht ausgeschlossen, schließlich passt er auch in die Zeit von Markgraf Diepold III. mit den Einflüssen des Klosters Reichenbach und in die Anfangszeit des Klosters Waldsassen. Umso rätselhafter ist die fehlende urkundliche Erwähnung. Den ursprünglichen Verlauf einer der Altstraßen kann man auch heute noch an tiefen aber nicht mehr genutzten Geländerinnen erkennen.

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