Mit ungefähr 28% ist die Fichte (Gemeine Fichte, Rotfichte) der häufigste Waldbaum in Deutschland. Auch wenn sie ein heimischer Baum im gesamten mittel- und osteuropäischen Raum ist, ist ihre Häufigkeit menschengemacht.
Nach der Stabilisierung des Waldbestandes nach der industriellen Revolution auf Druck der ersten Wald- und Naturschützer ein im 20. Jahrhundert durch die beiden Weltkriege und die regen Bautätigkeiten währen des Dritten reiches der Waldbestand rapide zurück. Auch Reparationszahlung erfolgten nach 1945 teilweise in Holz. In Folge dessen versuchte man mit einer gezielten massenhaften Aufforstung den Bestand wieder zu stabilisieren. Die Vorteile der Fichte waren ein schneller und anspruchsloser Wuchs bei vielseitiger Nutzung.
Paradox ist, das eine spezielle Eigenschaft der Fichten die Bildung von Monokulturen und Plantagen förderte: bei engen Pflanzungen bilden sie mangels Licht im unteren Stammbereich keine dicken Äste mehr aus und stellen dadurch ein besseres Bauholz dar.
Forstwirtschaftlich sind Fichten mit 80 bis maximal 120 Jahren erntereif, obwohl sie unter optimalen Bedingungen durchaus ein Alter von bis zu 600 Jahren erreichen können. Eine Untersuchung in Schweden zeigte sogar, dass in Ausnähmefällen die Kernsubstanzen eines Baumes bis zu 10.000 Jahre alt Bestand haben können.
Die diesjährigen angeflogenen Sämlinge im Bild kämpfen gerade mit dem Schnee und Frost des ersten Winters. Große Herausforderungen werden sie die nächsten Jahre zu bewältigen haben: Trockenheit, Wildverbiss, Schnee und Eis, Pilzbefall, Sturm- und Rückeschäden, Insekteninvasionen, …
Wenn sie all diesen Umständen standhalten, dann werden sie der nächsten Generation ihre robusten Gene in Tausenden von Zapfen mit Millionen von Samen weitergeben um ganz ohne unser Zutun einen widerstandsfähigen zukunftsfähigen Baum- und Waldbestand zu sichern.
Wald-Wunder-bar!


Sehr interessant! Gerhard
Vielen Dank! Das freut mich sehr! 🙂