Ein großer Reiz einer frisch verschneiten Landschaft liegt in der Unberührtheit und Reinheit der Szenerie. Eingehüllt wie in ein frisches weißes Laken, mit wenig bis nicht vorhandenen Tierspuren und keinen Fußspuren glaubt man sich als erster an einem geheimen Ort.
Man kann so vielleicht noch etwas besser verstehen, welche Faszination dieser Platz auf die Menschen in den Naturbewegungen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ausgeübt haben mag. Man schätzte in dieser Zeit die Einzigartigkeit der Natur wieder einmal mehr. Seit der Romantik und Werken wie Heinrich Heines Harzreise war dies mit der industriellen Revolution wieder etwas ins Hintertreffen geraten.
So kann man auch das Bestreben der Heimatentdecker und Ertüchtigungsvereine verstehen sich diese Landschaft zu entdecken und zu erschließen. Dies hat auch der Turnverein Waldsassen mit seinen Wanderungen zum Ringelfelsen (Rinnlstein) oder Egerer Waldhäusl getan. Sonntagsausflüge zu Fuß und in Gesellschaft waren eine willkommene und günstige Abwechslung für die schwere und lange Arbeit an den Werktagen und en gesellschaftliches Highlight. Im Winter wurde das zu dieser Zeit das Tourengehen auf Skiern beliebter.
In diese Zeit fällt auch die Gründung der Waldsassener Ortsgruppe der Naturfreunde im Jahr 1922, die wohl ergänzend oder zusammen mit dem Turnverein schon früh anfingen, diesen Ort zu dem zu machen was er heute ist.
aus „DIE HARZREISE“, 1824
„Auf die Berge will ich steigen,
Wo die dunklen Tannen ragen,
Bäche rauschen, Vögel singen,
Und die stolzen Wolken jagen.“
…
„Auf dem Berge steht die Hütte,
Wo der alte Bergmann wohnt;
Dorten rauscht die grüne Tanne,
Und erglänzt der goldne Mond.“
Heinrich Heine
deutscher Dichter, Schriftsteller und Journalist, 1797 – 1856

