Der Schmied und der Tillenberg

In Neu-Albenreut fragte vor vielen Jahren ein alter, fremder Soldat beim Schmied an, bis wann er ihm einen Napf Hufnägel liefern könne. Zur bestimmten Zeit stellte sich der Soldat wieder ein und bat nun den Schmied, mit den Nägeln und dem Schlagzeuge ihm zu folgen. Sie kamen an den Tillenberg. Der Soldat klopfte an einen Stein und ein Tor tat sich auf. Da sagte der Soldat zum Schmied: ,,Magst du sehen, was immer, schweige still, rede nichts!“

Sie gingen hinein und immer fort und kamen in eine große Stadt und darin zu einem weiten Gebäude, in dem es von Soldaten wimmelte. Der Schmied wurde zu den Ställen geführt, wo viele Soldaten in langer Reihe standen; hinter sich hatten sie die Rosse. Ein großer, schöner Herr mit wallendem Federbusche trat heran, alle neigten sich vor ihm, und er sprach zum Schmiede: ,,Beschlage die Rosse, rühre mir aber keinen Soldaten an, du sollst für die Mühe belohnt werden.“ Der Schmied gehorchte schweigend und beschlug ein Ross ums andere.

Als er mit seiner Arbeit zu Ende war, kam der hohe Herr wieder und beschenkte ihn mit drei Goldstücken, und der alte Soldat führte ihn hinaus vor den Berg an eine Stelle, wo man Neu-Albenreut sehen konnte, und ging dann wieder in den Berg zurück. Der Schmied war aber acht Tage aus gewesen, und seine Leute waren voll Angst um ihn. Niemand kannte das Geld, bis in Waldsassen einer aus einem alten Münzbuche ersah, dass es über tausend Jahre alt sein müsse. Es hatte einen Wert von sechzig Gulden.

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