St.-Anna-Gedächtniskirche

St.-Anna-Gedächtniskirche
Michael Rückl, Mediendesign & Medientechnik

Auf dem Pfaffenbühl im benachbarten Mähring, der östlichsten Gemeinde der nördlichen Oberpfalz, steht am ehemaligen oberen Schmelzweg nach Tři Sekery (Dreihacken) die St. Anna Gedächtniskirche. Der Name des Weges rührt von den für die reichen Erzvorkommen im 16. bis 18 Jahrhundert benötigten Schmelzhütten im böhmischen Nachbarort.

1953 errichtete der Heimatkreis Plan-Weseritz auf dem flachen aber gut in der Landschaft platzierten Hügel diese Kapelle in Erinnerung an die gleichnamige egerische Wallfahrtskirche in Plan-Weseritz. Der 17 Meter hohe Aussichtsturm mit einer weiten Sicht nach Tschechien schließt sich an das Bauwerk an und ist allein deswegen schon einen Besuch wert. Ähnlich wie der Grenzlandturm in Neualbenreuth bot er zu Zeiten des kalten Krieges den Heimatvertriebenen einen Blick in das ehemalige Zuhause.

Mähring gehörte ehemals zur Propstei Hohenstein (Högelstein), und damit zur Grund- und Gerichtsherrschaft des Klosters Reichenbach. 1442 wurde es an das Kloster Waldsassen verkauft. In den folgenden Jahrzehnten wurde es Mittelpunkt eines Richteramtes im Stiftland und im Freiheitsbrief von 1566 bereits als Flecken (Markt) bezeichnet.
In der Gegenwart gehört Högelstein nun zu Mähring und das letzte Relikt der ehemaligen Probstei, die St. Nikolauskirche, zur Pfarrei.
Die Namensbezeichnung des Pfaffenbühls stammt noch aus den Zeiten des Klosters Reichenbach und zeigt kirchlichen Besitz auf. Möglicherweise bestand dort in ferner Vergangenheit bereits einmal eine Kapelle.