Erlentriebe

Austrieb
Michael Rückl, Mediendesign & Medientechnik

Am 21. März ist Tag des Waldes. Einen Tag nach Frühlingsbeginn wird damit auf die wichtige Funktion des Waldes aufmerksam gemacht.

Die Laubbäume gehören eher zu den Langschläfern in der Pflanzenwelt nach dem Winter. Manche treiben erst aus, wenn sich die Natur schon in das saftige Grün des Frühlings hüllt.

Erlen gibt es rund um den Ringelfelsen (Rinnlstein) natürlich nicht. Sie ist auch kein klassischer Baum den man in geschlossenen Waldgebiet antrifft. Die Erle ist an den Bächen zuhause und mag lichte und sonnige Standorte. Außer einer finden sich alle der 41 Arten auf der Nordhalbkugel und drei davon in unseren Breiten. Schwarz-, Grau- und Grünerle teilen sich den gleichen Lebensraum. Erstere kommt bei uns gerade an Bach- und Flussläufen in großer Zahl vor.

Erlen binden in Symbiose mit einem Bakterium Stickstoff in Wurzelknöllchen des Herzwurzelsystems. Deshalb können sie auch an feuchten meist nährstoffarmen Stellen überleben. Daraus resultiert auch, dass Erlen die Blätter im Herbst grün abwerfen. Die darin verbliebenen Nährstoffe werden im Rahmen der Symbiose dem Wurzelwerk wieder zur Verfügung gestellt.

Die weiblichen Kätzchen bezeichnet man bei Erlen wegen der Verholzung richtigerweise als Zapfen. Männliche und weibliche Blüten werden gemeinsam an einer Pflanze ausgebildet.

Bei Kelten wurden die Erlen verehrt, bei den Germanen wegen des Vorkommens in Mooren gefürchtet. Ihr Name hat in vielen Ortsnamen Eingang gefunden. Der Erlkönig beruht allerdings auf einem Übersetzungsfehler und hat nichts mit den Bäumen zu tun. Wer aber bei Nebel schon mal durch eine Auenlandschaft mit Erlenbestand gewandert ist, kann das mystische Erscheinungsbild der bis zu 40 Meter hohen Gesellen mit dem oft bizarr geformten Astgeflecht nicht abstreiten.

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