Der See im See

Der See im See
Michael Rückl, Mediendesign & Medientechnik

Die Talsperre Jesenice (Wondrebstausee) befindet sich östlich von Cheb (Eger) und nördlich von Hrozňatov (Kiensberg). Sie staut die fast 60 km lange Wondreb nach zwei Drittel ihres Weges.

Der Bau der Talsperre erfolgte zwischen 1957 und 1961. Der Staudamm ist 20,47 m hoch, hat an der Krone eine Länge von 753,1 m und ist 11 m breit. Die Talsperre dient vorrangig als Brauchwasserreservoir und zu Erholungszwecken. Daneben wird die Talsperre durch zwei Kleinkraftwerke am unteren Ablass und im Fundament des Turmes zur Stromerzeugung genutzt. Die Gesamtleistung beträgt 300 kW. Die Talsperre fasst 52,75 Mio. m³ Wasser, auf einer Fläche von 760 ha und erstreckt sich über 12 km. Zwischen Velká Všeboř und Malá Všeboř überquert die Bahnstrecke Plzeň-Cheb den Stausee.

Im Zuge der Flutung wurde das Dorf Jesenice (Jesenitz) aufgegeben. Am Ufer der Talsperre entstand danach östlich des alten Standortes eine neue Ansiedlung. Auch Dřenice (Treunitz) versank bis auf die Kirche und einige Häuser im Stausee. Es liegt am Nordufer des Stausees. Der Grundstein für die Kirche St. Ulrich wurde im 12. Jahrhundert gelegt. Im 16. Jahrhundert wurde sie barockisiert.

In Dřenice befindet sich ist die größte abgebaute Sand- und Kieslagerstätte des flachen Egerbeckens. Sie ist der sichtbare Beweis für die Existenz eines prähistorisches Sees. Seit Jahrzehnten ist die Grube berühmt für die Funde von Moldaviten. Die ersten Stücke wurden 1993 an den Stränden der Jesenice-Talsperre gefunden. Obwohl inzwischen an etwa zehn Lokalitäten mehrere Tausend Stücke gefunden wurden, gehören sie immer noch zu Funden von großer Seltenheiten. Bei diesen Naturgläsern handelt es sich möglicherweise um aufgeschmolzene und zu Glas erstarrte Auswurfprodukte des Ries-Meteoriten-Einschlages, der vor 14.6 Millionen Jahren in Süddeutschland erfolgte. Die Gläser sind nach neuen Erkenntnissen im Bereich des Cheb-Beckens niedergegangen und später durch einen Fluss hier zusammengeschwemmt worden.

Der Stausee ist das Naherholungsgebiet für den Großraum Cheb (Eger) und als Ausflugsziel von Bad Neualbenreuth aus über das tschechische Radwegenetz gut erreichbar. Die Entfernung beträgt einfach ca. 12 Kilometer.

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