Herbstfarben

Herbstfarben
Michael Rückl, Mediendesign & Medientechnik

In leuchtenden Herbstfarben liegt der Kapellberg mit der Kleinen Kappl inmitten des dezenten Grüns der Nadelwälder. Das Zusammenspiel der Farbtöne versprüht einen Hauch eines Indian Summer in der nördlichen Oberpfalz.

Nüchtern erklärt ist es der Rückzug des Chlorophylls im „Blutkreislauf der Bäume“. Es wird nicht mehr gebraucht, da die Laubbäume für die Überwinterung ihren Stoffwechsel herunterfahren und die Photosynthese und Sauerstoffproduktion einstellen. Die ihm eigene kräftige Farbe überdeckt alle anderen Farben in den Blättern der Bäume während des Sommers, die wir dadurch nur in unterschiedlichen Grüntönen wahrnehmen.

Ist das wertvolle Chlorophyll kleinteilig zerlegt und in Zweigen, Stamm und Wurzeln eingelagert, werden die Blätter abgeworfen um dem winterlichen Wasser-, Lichtmangel und Frost vorzubeugen. Verdunsten Sie im Sommer im Zuge des Stoffwechsels täglich bis zu 400 Liter bei beispielsweise einer 100 jährigen Rotbuche, würden sie im Winter deshalb austrocknen, wenn die Wurzeln bei Schnee und Frost kein Wasser mehr aufnehmen und nachliefern können. So muss der Baum ohne den möglichen Stoffwechsel auf Sparflamme gehen.

Wenn man so will, könnte man also sagen, dass man erst im Herbst, kurz vor dem Abfallen der Blätter, die Laubbäume in den ihnen eigenen echten Farben erleben kann. So ist es wie eine intensive zweite, farbenprächtige Blüte vor dem schwarz-weiß-grau der dunklen Wintermonate.

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